Archiv der Kategorie: München

17.08.2013: Der gläserne Kubus verlässt die Goethestraße 31 …

…und begibt sich auf den Weg zum ÖBZ in der Engelschalkinger Str. 166.

130817 Transport

 
3,5 Jahre lang war der Syntopische Salon Teil des prallen Lebens in der Goethestraße.
Hier konnten wir beobachten, wie aus einem verrückten Ort Inspiration entsteht und aus zufälligen Begegungen Impulse werden.
Hierfür danken wir allen Unterstützern, Beteiligten, Neugierigen und Interessierten!

Juliane Zellner – Buenos Aires_Lückenstrukturen über der Augenhöhe – Goethestrasse 31 München – jederzeit einsehbar

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Der Blick vom Standort des Syntopischen Salons in der Goethestraße 31 in Richtung Münchner Hauptbahnhof ist perspektivisch durch ebene Fassaden regelmäßiger Gebäudestrukturen geleitet. Einzig und allein der Flachbau des Café Gap schräg gegenüber des Syntopischen Salons durchbricht als temporäre „Luxuslücke“ das für München typische Erscheinungsbild der einheitlichen vier bis fünfstöckigen Häuserzeilen. Meist nimmt der Passant die Gebäude an sich gar nicht wahr, stattdessen folgt sein Blick den Personen oder streift die Auslagen von Geschäften. Die Lebendigkeit der Straßen wird ausschließlich auf Augenhöhe zuteil.
Läuft man dagegen die Straßen von Buenos Aires entlang, ist das Auge des Passanten in ständiger Bewegung: Doch Grund dafür sind nicht allein die Menschen, sondern auch die Gebäudestrukturen zur Rechten und Linken. Die Straßen durchziehen in klaren, stringenten Linien die Metropole und teilen dabei den zentralen Teil der Stadt in sogenannte Cuadras zu je 100m x 100m Fläche. Man könnte meinen, der schweifende Blick wird durch diese rigide Straßenstruktur in Richtung des Straßenzuges kanalisiert, doch vielmehr schlängelt er sich durch niedrige Flachbauten zu mittelhohen Gebäuden im Kolonialstil bis hin zu modernistischen Hochhäusern. Wie in einem Tetris-Spiel sind die Bauten aneinander und aufeinander platziert.
Die heutige heterogene Baustruktur der einzelnen Cuadras repräsentiert die baugeschichtliche Entwicklung von Buenos Aires. Viele der ein- bis zweistöckigen Kolonialstilbauten des 18. und 19. Jahrhunderts wurden im 20. Jahrhundert als Folge der Urbanisierung aufgestockt oder durch mehrstöckige Wohnblöcke ersetzt. Der stilistisch stark variierende Baubestand der Cuadras lässt bauliche Lücken über der Augenhöhe entstehen, die den Blick auf Dahinterliegendes, auf manchmal entstehende Staffelungen oder einfach nur den Himmel freigeben.
Die von der geradlinigen Straße geführte Blickführung des Fußgängers, Rad- oder Autofahrers wird links und rechts von der Straße ausgedehnt auf ein begleitend wahrgenommenes Blickfeld, in dem ganz unaufdringlich die strukturelle Entstehung und die Prozesse der Stadtentwicklung erscheinen.
Betrachtet man die Negativformen exemplarischer Lücken wie sie in dieser Installation auf den transparenten Folien markiert sind, rückt ihre visuelle Bedeutung für die Wahrnehmung des Stadtgefüges in den Vordergrund: In diesem Blickfeld wird Buenos Aires in ganz eigenen Bildern sichtbar.

What do you notice when you walk along the streets of a European city? Window decorations, vegetable stands on the pathway or coffee tables in front of the cafes and restaurants? We are caught by things happening on eye level, but we never look beyond the surface of buildings. Streets in Buenos Aires take you on a completely different visual journey.
Walking through the streets of Buenos Aires your eyes are constantly moving. But the reason for this are not only the people, but rather the building structures to the right and left. The streets themselves are built as straight, rigid lines sectioning the central part of the city in so called cuadras (around 100mx100m). Due to the rigid street structure one would assume the wandering gaze to be directed in one line. But the opposite is actually true: your gaze wanders in a winding fashion from the low buildings to the middle-height colonial buildings way up to the modernist high-rise buildings. Sometimes the set of buildings within the cuadras looks like the outcome of a Tetris game.
Due to the urbanization many of the single or two story colonial houses of the 18th and 19th century were replaced in the 20th century by higher buildings. The resulting, stylistically varying building stock of the cuadras creates structural gaps above eye-level, opening the view on structures behind: plain walls, stacking constructions or only the sky.
By moving along the streets of Buenos Aires regardless whether as pedestrian, by car or by bike your view expands to the right and the left. Your perspective is not a straight one canalized by the street, since it is distracted by the building stock, which represents the structural development and the processes taking place in the city over time.
The installation in the Syntopic Salon relates to these gaps above eye-level. The negative forms of the gaps appearing on the transparent films stress their visual significance within the perception of the urban fabric.
In contrast to Buenos Aires, European street blocks are often characterized by regularly formed building structures. Considering for example the view from the location of the Syntopic Salon in the Goethe Street 31 along the street to Munich`s central station we can notice our eyes being guided along the plane facades straight in one direction. We don`t look at the buildings themselves in more depth, instead our eyes follow people on the street or focus on the shops. The liveliness of the streets happens on eye level.
Only the low-rise building of the Café Gap across the street facing the Syntopic Salon gives us the possibility of looking behind the usual facades. In the context of Munich`s four or five storey standard houses the Gap represents one of a few „luxury gaps“ in the appearance of the city. But even this gap is only temporary. A scaffolding represents the already anticipated soon closure of the gap.

Winter

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ZWEI URBANE SCHNITTSTELLEN: Das Franken-Center und die Schneppergärten in Nürnberg – Ab 22. Oktober 2012 – Goethestr. 31, München

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Ab 22. Oktober 2012 sind im Labor in der Goethestr. 31 zwei Entwürfe kombiniert, die jeweils eine räumliche Idee für einen Ort in der Stadt Nürnberg gestalten. Auf den ersten Blick verbindet die beiden Orte wenig miteinander:
Hier das Franken-Center, ein 1969 eröffnetes, abseits vom Stadtzentrum gelegenes Einkaufszentrum, dem eine großzügig überdachte Freifläche vorgelagert ist. Dort die „idyllischen“ Schneppergärten im Burggraben, die sich in den Zwischenräumen der geschichtsträchtigen Stadtmauer Nürnbergs befinden.
Beide Orte wurden auf der Grundlage einer Schnittstellenanalyse gestaltet und dazu durch mehrere Zwischenraum-Parameter bestimmt: z. B. in ihrem Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie, als Lebensraum zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, als Raum zwischen öffentlichen und privaten Zonen sowie als Raum zwischen verschiedenen Kulturen.

Ausführende: Studenten des Studiengangs Architektur der Ohm-Hochschule Nürnberg (MA), Lehrprojekt 2012: Ltg. Michaela Rotsch

Entwurf für die Schneppergärten im Burggraben:
Martina Hawrylo, Ulrich Heiß, Melanie Witschel

Entwurf für das Franken-Center: CULTURE_HIVE
Nowak, Hochreuther, Chen

camillo – BESTANDSAUFNAHME II – 5. September bis 18. Oktober 2012 – Goethestr. 31, München

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camillo – BESTANDSAUFNAHME – 25.Juli, 19.00-22.00 Uhr – Goethestr. 31, München

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BESTANDSAUFNAHME
– Du bist wie Du isst –

In drei Szenen essen je sechs Personen Hähnchen.
Öffentlich.
Wie die Akteure essen, ob und mit welchem Besteck,
wie sie gekleidet sind, Ablauf und Tempo des Verzehrs
usw. geben Aufschluss darüber, wie jeder einzelne auf
seine Weise dem Akt des Verspeisens eines Hähnchens
einen adäquaten Ausdruck verleiht.
Es entsteht ein Bild der hähnchenessenden Gesellschaft,
eine Bestandsaufnahme.

Daniel Mahr – Zweimal um die Ecke gezwungen – ab 15. Juni 2012, Goethestr. 31, München

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Material und Erscheinungswiese der Doppelstegplatten aus Acrylglas, welche die transparente Hülle des Gläsernen Labors bilden, werden als Anreiz wahrgenommen, ein Werkstück für den SYNTOPISCHEN SALON zu „schreinern“.

Idee: Eine Doppelstegplatte mit den Standardmaßen von 350 x 98 x 1,6 cm, zweimal um die Ecke gezwungen, ergibt eine U-Form, die als Tisch für sechs Personen dienen kann. 200 x 98 x 75 cm.

Die Herausforderung: Die so gut, wie nicht vorhandene Stirnfläche der auf Gehrung geschnittenen Kanten der Doppelstegplatte wird als minimale Leim-Fläche genutzt, um damit eine stabile Eckverbindung zu generieren.

Ein Objekt zwischen Linearität, Stoß, Transparenz

Volkskollektor und Sonnengesang – 12. April 2012 ab 19.00 Uhr – Goethestr. 31, München

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Argentinien und Buenos Aires waren bereits zweimal im SYNTOPISCHEN SALON präsent, 2009 mit einem Stadtportrait und 2010 mit dem Film „11 min Buenos Aires“. Die Präsentation von zwei Solarprojekten 2012 versteht sich als Fortsetzung dieses Austauschs, diesmal nicht in der Metropole, sondern dezentral in der Provinz, nämlich in Tilcara in Nordargentinien und in Regen im Bayerischen Wald. Der gemeinsame technische Ansatz zeigt die Möglichkeiten einfacher, dezentraler Energieversorgung. Die Menschen und ihre Solarprojekte in Europa und Südamerika stehen sich auf dem Globus gegenüber.

Global betrachtet liefert die Sonne zu jeder Zeit, Tag und Nacht, Sommer wie Winter, 10.000 mal mehr Energie, als die Menschheit verbraucht. Argentinien hat ein enormes Potential an Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Hier beträgt der Anteil regenerativer Energien bei der Stromerzeugung 41%, in Deutschland lediglich 13%. Der 7%ige Atomanteil an der argentinischen Stromerzeugung wurde maßgeblich mit deutscher Hilfe ermöglicht. In Deutschland nimmt der Atomstrom 24%, in Bayern sogar 60% der Stromerzeugung ein. Ein überzeugendes Konzept zum Atomausstieg sowie realistische Wege zur Einsetzung regenerativer Energien fehlen hier wie da. Alternativ zur staatlich verordneten, profitorientierten Energiepolitik leisten kleine Anlagen in der Summe einen effektiven Beitrag zur Energiewende.
Die thermischen Kollektoren im nordargentinischen Tilcara und im ostbayerischen Regen sind technisch einfach, kostengünstig herzustellen und benutzerfreundlich zu bedienen.
Die Ausnutzung des riesigen Potentials der Sonnenenergie ist bei der direkten Wärmenutzung mittels Solarthermie wirtschaftlich umzusetzen und eignet sich besonders gut für kleine, private Projekte. Die Wärme der Sonne steht mit Hilfe geeigneter Speichermöglichkeiten den Menschen auf der ganzen Erde immer zu Verfügung.

Volkskollektor in Tilcara: Armando Alvarez, Christoph Müller
Wohnhaus in Regen: Egid Werner, Lore Mühlbauer
Zeichnungen und Konzept: Lore Mühlbauer
Ausstellungsgegenstände: Modell Haus Werner Maßstab 1:50
Modell Kollektor Maßstab 1:1, Firma Bayersolar

Photos: Sonja Allgeier, Christoph Müller, Lore Mühlbauer
Cello: Gerhard H. Hofmann, O sole mio

Weitere Infomationen zum download

Juliane Zellner – Lücke im Stadtraum: HEYGATE ESTATE – LONDON, Goethestr. 31 München, jederzeit einsehbar

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1974 wurde im Londoner Süden, im Stadtteil Elephant & Castle, eine Großbausiedlung errichtet: das Heygate Estate. Die gesamte Wohnanlage besteht aus sechs Wohnblöcken mit bis zu 12 Stockwerken und zehn niedriger gebauten Wohnhäusern mit bis zu drei Stockwerken. Das Heygate Estate bietet Wohnraum für ca. 3000 Menschen. Seit nun fast 15 Jahren gedenkt das für den Stadtteil zuständige Council, die Anlage abzureißen; vor fünf Jahren begann der Umsiedelungsprozess der Bewohner, der heute abgeschlossen ist. Der geplante Abriss ist für das Jahr 2013 angesetzt. Die monolithischen Gebäudeblöcke lassen den Eindruck einer Festung entstehen, die sich vom Rest der Stadt abzugrenzen scheint. Betretbar ist das Areal nur über eine Brückenkonstruktion, welche die einzelnen Wohnblöcke miteinander verbindet.

Nach der Räumung der Wohnanlage, der Verschließung aller Gebäudezugänge und der Zunagelung der Fenster, bleibt eine Leere zurück. Die riesigen Wohnblöcke vermitteln dem Passanten eine Unnahbarkeit. Das Gelände wird kaum genutzt, vereinzelt spazieren Hundebesitzer vorbei, an manchen Tagen sieht man Parcours-Sportler. Die Außenperspektive auf die konfrontative Festung ändert sich erst bei Begehung des Areals. Erst wenn die Schwelle überschritten ist und man sich im Inneren des Areals in unmittelbarer Nähe der leeren, von Security-Diensten bewachten, Wohnblocks befindet, entsteht die Wirkung eines „Schutzraums“, einer Abkapselung von der hektischen Außenwelt. Das Heygate Estate ist ein Lücke im Stadtraum Londons; einer Stadt, in der sich die neoliberalistischen Züge der Stadtplanung unverkennbar eingebrannt haben. Noch ist das Heygate Estate eine „Festung“ in der Stadt, vielleicht auch „gegen“ die Stadt, doch die temporäre Leere weist auf die Zukunft: die Gebäude werden einem effizienteren Modell weichen.

Das Heygate Estate wurde im Laufe der letzten Jahre zu einem Unort, zu einer „ungenutzten“ Lücke mitten im Stadtraum Londons. Die dokumentarische Installation HEYGATE ESTATE – LONDON implementiert die Massivität der funktionalistischen Architektur des verlassenen Gebäudekomplexes in die Transparenz des Syntopischen Salons in München. Die fotografische Installation der monumentalen Lücke zeigt sich hier in der vom Syntopischen Salon erschlossenen und temporär genutzten Lücke im Stadtraum, zwischen dem universitären Institut für Lebenswissenschaften und dem belebten Straßenrand der Goethestraße. In der Installation wird das Heygate Estate vom Syntopischen Salon imaginär bespielt.

In 1974 the Heygate Estate was built as a housing complex of five larger blocks and 12 smaller houses in the London neighborhood of Elephant and Castle. For 15 years the council, as main owner of the estate, has been thinking about demolishing and regenerating the area. Five years ago the rehousing process of the 3000 inhabitants started, today the buildings are empty.
The monolith blocks of the Heygate seem like a fortress against the rest of the city. The only access to the inside leads over a bridge construction linking the single blocks with each other. After the eviction of the estate, the nailing up of all building entrances, windows and balconies, just emptiness is left. The perception of the building from outside as a defensive fortress changes immediately by entering the area: now it seems like a protected space isolated from the hectic world around. The Heygate Estate is a gap space in the city of London: an „unused“ void. The temporal emptiness alludes already to its future: the buildings will be replaced by a more efficient model.
In the documentary installation „Heygate Estate – London“ the massive structure of the functionalist architecture of the Heygate is implemented in the transparency of the Syntopic Salon in Munich. In form of a photographic installation the monumental gap in London becomes a part of and used by the temporary installed gap space of the Syntopic Salon. The Heygate Estate becomes a virtual stage for the the Syntopic Salon.

Robert Stumpf – Cocytus – Goethestr. 31, München

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Wie sagte unsere Bundeskanzlerin neulich so schön: „Meine Damen und Herren, die Welt ist aus den Fugen!“
Tja, wo sie recht hat, hat sie recht… und während uns die Trümmer des Weltfinanzsytems noch um die Ohren fliegen, ist mein Historienbild über den Untergang der kapitalistischen Weltordnung schon fertig!
(Robert Stumpf)

Wirklich eine praktische Arbeit, man sollte sie unbedingt in Umlauf bringen… Das Drama unserer Tage ins Taschenformat gebracht, in Papierform… Vielleicht als neue Krisenwährung? Passt das nicht gut zu unserer interpassiven Gesellschaft, die ihr eigenes Erleben längst delegiert hat und nur wie ein Dosengelächter eines naiven, imaginären Dritten wahrnehmen kann. Irgendwie schwanken wir zwischen Schock und der festen Überzeugung, dass das nichts mit uns zu tun hat, weil das nur den anderen (welchen anderen?) passiert. Eigentlich sind wir mitten im Krimi und diesmal sogar in der ersten Reihe, vermutlich meist in der Rolle des Opfers nur, dass wir immer noch glauben, dass der Film bald zu Ende ist und wir dann beschwingt in die nächste Pizzeria weiter ziehen, unseren wohlverdienten Feierabend genießend.
Ich glaube nicht, dass klar ist, dass wir aus diesem Film gar nicht aussteigen können, schlicht und allein deshalb, weil es kein Film ist. Oder doch? Wer weiß, warum wer was inszeniert, um wen wie zu manipulieren?
Es bleibt spannend. (Dr. Cornelia Osswald-Hoffmann)