Archiv der Kategorie: München

Volkskollektor und Sonnengesang – 12. April 2012 ab 19.00 Uhr – Goethestr. 31, München

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Argentinien und Buenos Aires waren bereits zweimal im SYNTOPISCHEN SALON präsent, 2009 mit einem Stadtportrait und 2010 mit dem Film „11 min Buenos Aires“. Die Präsentation von zwei Solarprojekten 2012 versteht sich als Fortsetzung dieses Austauschs, diesmal nicht in der Metropole, sondern dezentral in der Provinz, nämlich in Tilcara in Nordargentinien und in Regen im Bayerischen Wald. Der gemeinsame technische Ansatz zeigt die Möglichkeiten einfacher, dezentraler Energieversorgung. Die Menschen und ihre Solarprojekte in Europa und Südamerika stehen sich auf dem Globus gegenüber.

Global betrachtet liefert die Sonne zu jeder Zeit, Tag und Nacht, Sommer wie Winter, 10.000 mal mehr Energie, als die Menschheit verbraucht. Argentinien hat ein enormes Potential an Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Hier beträgt der Anteil regenerativer Energien bei der Stromerzeugung 41%, in Deutschland lediglich 13%. Der 7%ige Atomanteil an der argentinischen Stromerzeugung wurde maßgeblich mit deutscher Hilfe ermöglicht. In Deutschland nimmt der Atomstrom 24%, in Bayern sogar 60% der Stromerzeugung ein. Ein überzeugendes Konzept zum Atomausstieg sowie realistische Wege zur Einsetzung regenerativer Energien fehlen hier wie da. Alternativ zur staatlich verordneten, profitorientierten Energiepolitik leisten kleine Anlagen in der Summe einen effektiven Beitrag zur Energiewende.
Die thermischen Kollektoren im nordargentinischen Tilcara und im ostbayerischen Regen sind technisch einfach, kostengünstig herzustellen und benutzerfreundlich zu bedienen.
Die Ausnutzung des riesigen Potentials der Sonnenenergie ist bei der direkten Wärmenutzung mittels Solarthermie wirtschaftlich umzusetzen und eignet sich besonders gut für kleine, private Projekte. Die Wärme der Sonne steht mit Hilfe geeigneter Speichermöglichkeiten den Menschen auf der ganzen Erde immer zu Verfügung.

Volkskollektor in Tilcara: Armando Alvarez, Christoph Müller
Wohnhaus in Regen: Egid Werner, Lore Mühlbauer
Zeichnungen und Konzept: Lore Mühlbauer
Ausstellungsgegenstände: Modell Haus Werner Maßstab 1:50
Modell Kollektor Maßstab 1:1, Firma Bayersolar

Photos: Sonja Allgeier, Christoph Müller, Lore Mühlbauer
Cello: Gerhard H. Hofmann, O sole mio

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Juliane Zellner – Lücke im Stadtraum: HEYGATE ESTATE – LONDON, Goethestr. 31 München, jederzeit einsehbar

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1974 wurde im Londoner Süden, im Stadtteil Elephant & Castle, eine Großbausiedlung errichtet: das Heygate Estate. Die gesamte Wohnanlage besteht aus sechs Wohnblöcken mit bis zu 12 Stockwerken und zehn niedriger gebauten Wohnhäusern mit bis zu drei Stockwerken. Das Heygate Estate bietet Wohnraum für ca. 3000 Menschen. Seit nun fast 15 Jahren gedenkt das für den Stadtteil zuständige Council, die Anlage abzureißen; vor fünf Jahren begann der Umsiedelungsprozess der Bewohner, der heute abgeschlossen ist. Der geplante Abriss ist für das Jahr 2013 angesetzt. Die monolithischen Gebäudeblöcke lassen den Eindruck einer Festung entstehen, die sich vom Rest der Stadt abzugrenzen scheint. Betretbar ist das Areal nur über eine Brückenkonstruktion, welche die einzelnen Wohnblöcke miteinander verbindet.

Nach der Räumung der Wohnanlage, der Verschließung aller Gebäudezugänge und der Zunagelung der Fenster, bleibt eine Leere zurück. Die riesigen Wohnblöcke vermitteln dem Passanten eine Unnahbarkeit. Das Gelände wird kaum genutzt, vereinzelt spazieren Hundebesitzer vorbei, an manchen Tagen sieht man Parcours-Sportler. Die Außenperspektive auf die konfrontative Festung ändert sich erst bei Begehung des Areals. Erst wenn die Schwelle überschritten ist und man sich im Inneren des Areals in unmittelbarer Nähe der leeren, von Security-Diensten bewachten, Wohnblocks befindet, entsteht die Wirkung eines „Schutzraums“, einer Abkapselung von der hektischen Außenwelt. Das Heygate Estate ist ein Lücke im Stadtraum Londons; einer Stadt, in der sich die neoliberalistischen Züge der Stadtplanung unverkennbar eingebrannt haben. Noch ist das Heygate Estate eine „Festung“ in der Stadt, vielleicht auch „gegen“ die Stadt, doch die temporäre Leere weist auf die Zukunft: die Gebäude werden einem effizienteren Modell weichen.

Das Heygate Estate wurde im Laufe der letzten Jahre zu einem Unort, zu einer „ungenutzten“ Lücke mitten im Stadtraum Londons. Die dokumentarische Installation HEYGATE ESTATE – LONDON implementiert die Massivität der funktionalistischen Architektur des verlassenen Gebäudekomplexes in die Transparenz des Syntopischen Salons in München. Die fotografische Installation der monumentalen Lücke zeigt sich hier in der vom Syntopischen Salon erschlossenen und temporär genutzten Lücke im Stadtraum, zwischen dem universitären Institut für Lebenswissenschaften und dem belebten Straßenrand der Goethestraße. In der Installation wird das Heygate Estate vom Syntopischen Salon imaginär bespielt.

In 1974 the Heygate Estate was built as a housing complex of five larger blocks and 12 smaller houses in the London neighborhood of Elephant and Castle. For 15 years the council, as main owner of the estate, has been thinking about demolishing and regenerating the area. Five years ago the rehousing process of the 3000 inhabitants started, today the buildings are empty.
The monolith blocks of the Heygate seem like a fortress against the rest of the city. The only access to the inside leads over a bridge construction linking the single blocks with each other. After the eviction of the estate, the nailing up of all building entrances, windows and balconies, just emptiness is left. The perception of the building from outside as a defensive fortress changes immediately by entering the area: now it seems like a protected space isolated from the hectic world around. The Heygate Estate is a gap space in the city of London: an „unused“ void. The temporal emptiness alludes already to its future: the buildings will be replaced by a more efficient model.
In the documentary installation „Heygate Estate – London“ the massive structure of the functionalist architecture of the Heygate is implemented in the transparency of the Syntopic Salon in Munich. In form of a photographic installation the monumental gap in London becomes a part of and used by the temporary installed gap space of the Syntopic Salon. The Heygate Estate becomes a virtual stage for the the Syntopic Salon.

Robert Stumpf – Cocytus – Goethestr. 31, München

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Wie sagte unsere Bundeskanzlerin neulich so schön: „Meine Damen und Herren, die Welt ist aus den Fugen!“
Tja, wo sie recht hat, hat sie recht… und während uns die Trümmer des Weltfinanzsytems noch um die Ohren fliegen, ist mein Historienbild über den Untergang der kapitalistischen Weltordnung schon fertig!
(Robert Stumpf)

Wirklich eine praktische Arbeit, man sollte sie unbedingt in Umlauf bringen… Das Drama unserer Tage ins Taschenformat gebracht, in Papierform… Vielleicht als neue Krisenwährung? Passt das nicht gut zu unserer interpassiven Gesellschaft, die ihr eigenes Erleben längst delegiert hat und nur wie ein Dosengelächter eines naiven, imaginären Dritten wahrnehmen kann. Irgendwie schwanken wir zwischen Schock und der festen Überzeugung, dass das nichts mit uns zu tun hat, weil das nur den anderen (welchen anderen?) passiert. Eigentlich sind wir mitten im Krimi und diesmal sogar in der ersten Reihe, vermutlich meist in der Rolle des Opfers nur, dass wir immer noch glauben, dass der Film bald zu Ende ist und wir dann beschwingt in die nächste Pizzeria weiter ziehen, unseren wohlverdienten Feierabend genießend.
Ich glaube nicht, dass klar ist, dass wir aus diesem Film gar nicht aussteigen können, schlicht und allein deshalb, weil es kein Film ist. Oder doch? Wer weiß, warum wer was inszeniert, um wen wie zu manipulieren?
Es bleibt spannend. (Dr. Cornelia Osswald-Hoffmann)

Ildiko Meny – NOCTILUCA – Installation Goethestr. 31 München

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“ Fortschritt heißt Vermehrung des Lichts, aber dieses Licht ist immer dasselbe.” Leo N. Tolstoi

In der Wissenschaft werden biologische Prozesse durch Lumineszenz sichtbar gemacht. Dabei wird mit einem aus Leuchtkäfern gewonnenen Stoff gearbeitet. Dieser kann mittlerweile in diverse Zellen für Forschungszwecke eingebaut werden.

Lumineszenz ist für die Natur nichts Ungewöhnliches; viele Meerestiere: Quallen, Fische und Einzeller wie Algen, die verantwortlich sind für das Meeresleuchten (Noctiluca), leuchten magisch. Meistens um Fressfeinde irrezuführen, oder um ihren Partner anzulocken.

Der berühmte Leuchtkäfer, ein Verwandter des Glühwürmchens warnt Fressfeinde wie Fledermäuse mit seinen Leuchtorganen. Der magische Stoff Luciferin wird oxidiert, dabei entsteht ein schwaches Licht……

Dieses Licht zeigt den Wissenschaftlern den Weg, den die mit Luciferase markierte Zelle geht…zum Beispiel wohin Krebszellen wandern. Oder für die Visualisierung von Wachstumsprozessen. Dies kann seit kurzem sogar mit speziellen Kameras gefilmt werden. Auch Farbstoffe können schwaches Licht aussenden und werden bei neuartigen organischen Leuchtdioden verwendet.

Wird es bald leuchtende Tapeten, leuchtende Baueme oder Algenlampen geben???

Der Syntopische Salon versucht sich heuer im Meeresleuchten, eine “Hommage” an die Magie des Lichts…..

„Yes, progress is called propagation of light, but this light is always the same.“ Leo N. Tolstoy

In science, biological processes are made ​​visible by luminescence, working with a substance derived from fireflies. This method can be incorporated into various cells for research purposes.

Luminescence is not unusual within nature; many marine animals glow: jellyfish, fish, and some unicellular algae, which are responsible for the bioluminescence of the glowing sea, the so called sea sparkle or Noctiluca are giving magical light. Mostly to irritate predators or vice versa to attract their mates. The famous firefly warns predators like bats with its luminous organs. The magical substance luciferin is oxidized, forming a faint light…

This light shows scientists the way, which the luciferase labeled cell is going…for example, where cancer cells migrate. Or to visualize growth processes. This can even be filmed with special cameras. Dyes can also emit faint light and are used in novel organic light emitting diodes.

Do we soon have lit wallpaper, glowing trees or lamps filled with algae?

For this purpose the syntopic salon turnes into a sparkling sea as „homage“ to the magic of light…

Installation: Ildiko Meny

Hilfe und Lichtverteiler: Michaela Rotsch, Uli Gansloser und Firma Ettlin.

Michaela Rotsch – POTEMKINSCHE BORDSTEINSKULPTUR – Goethestr. 31, München

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Die Bordsteinskulptur ist eine zur Skulptur gewordene öffentliche Meinung.
Sie basiert auf der urbanen Aktion GOETHE–SIRKECI. Diese arbeitete mit einer Passantenbefragung zu fünf Veduten, die Ansichten von München und Istanbul zeigen. Die Entscheidungen der Passanten wurden in der fünfteiligen Bodenskulptur umgesetzt, die an ein dreidimensionales Diagramm statistischer Untersuchungen erinnert.
Die „Diagramm-Skulptur“ besteht aus Nachbildungen von fünf Stapeln der Veduten, deren Höhe jeweils davon abhängt, wie oft eine Vedute gewählt wurde. Die Diagramm-Skulptur ist Teil einer mehrteiligen urbanen Aktion, deren nächste Station im September in Istanbul am Bahnhof Sirkeci stattindet. Ab 9. September 2011 ist die Skulptur in der Installation SYNTOPIAN REFUGE: GOBOTAG_STATION in der Ausstellung „Cityscapes“ in Siemens Sanat in Istanbul zu sehen.

The sculpture presents a public opinion become sculpture. It is based on urban happening GOETHE–SIRKECI. This employed a pedestrian opinion poll on five vedute of Munich and Istanbul. The choices of the passers-by were converted into a five-part floor sculpture recalling a three-dimensional diagram as used in statistical investigations.
This ‘diagram sculpture’ consists of mockups of five piles of the vedute, the height of each pile depending on how often a veduta has been chosen. This sculpture is one part of a multi-part urban happening which next stop is taking place at Sirkeci a trainstation in Istanbul in september. From september the 9th the sculpture is being presented in the installation Syntopian Refuge: Gobotag_Station at the exhibition „cityscapes“ in Siemens Sanat, Istanbul.

Susanne Pittroff – Home-Sweet Home (Station 3) – Goethestr. 31, München

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Ein Einkaufswagen im Miniformat wird durch eine Anhäufung gestapelter Bücher aufgehalten weiterzurollen. Sie scheinen den Wagen zu stützen, zugleich leisten sie Widerstand. Die Maßstäblichkeit von Skulptur und Labor korrespondiert ebenso wie die Filigranität des Wagens mit der Transparenz des Raumes. Zwei mobile Räume treffen sich und verschränken an einem Ort Außen- und Innenwelten.

realitaetsbüro – nar. Dritte Verteilung – Sa, 09. Juli 2011, 12:00 – 20:00 Uhr, Goethestr. 31, München

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613 Granatapfelbäume aus Projekt Spitzbergen. Und Sie sind eingeladen, einen Granatapfelbaum in Obhut zu nehmen. Menschen nehmen in Obhut und werden Teil von Projekt Spitzbergen. Projekt Spitzbergen verteilt sich. —> nar. Dabei entstehen sofort Objekte. Verwandlung und Versprechen. Objekte nähren die Vorratshaltung 2022.

In mehreren Verteilungen im Stadtraum sucht das realitaetsbüro von Mai bis September Verbündete. Hüter, die die kleinen Granatapfelbäume aus Projekt Spitzbergen in Obhut nehmen und damit Teil von Projekt Spitzbergen werden. Die Obhut ist auf unbestimmte Zeit angelegt. Möglicherweise lädt das realitaetsbüro Baum und Hüter später zu einer weiteren Teilnahme an Projekt Spitzbergen ein. Mit der Verteilung sucht jeder Hüter sein Bäumchen selber aus und verspricht, es so gut wie möglich zu hüten. Ein Sofortbild besiegelt das Versprechen.

nar. führt damit im Projekt Spitzbergen einen Prozeß weiter, der im September 2010 mit Granatäpfel (Die Vorhut) als Gast des künstlerischen Austauschprojektes „CITYSCALE – München / Istanbul“ begann. 613 Granatäpfel wurden da geschält und eingekocht und von jedem Granatapfel blieb ein Samen. Seit Rote Pflanzung (Brut & Wasser) (11.Februar – 05.Mai 2011, Marien Fenster) wachsen aus diesen Samen Granatapfelbäume. nar. verteilt seine Granatapfelbäume in Sorgfalt über die Stadt.

Kontakt realitaetsbüro, Anja Uhlig